DE  |  FR

„Nachhaltige Entwicklung ist ein Megatrend, auf den sich Bildung, Forschung und Innovation in der Schweiz dringend einstellen müssen“

Ein neues Team übernimmt die Führung der Geschäftsstelle der Bildungskoalition NGO. Stefan Jakob, Geschäftsleiter, und Rahel Loretan, Projektleiterin, stellen sich vor und blicken in die Zukunft.


Herr Jakob, Welche Bedeutung hat für Sie die Bildungskoalition NGO?

Stefan Jakob: „Mit Blick auf aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft halte ich es für zentral, dass sich engagierte Akteure weiter vernetzen mit dem Ziel, die Anliegen künftiger Generationen wirkungsvoll in die Politik einzubringen. Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, auf den sich die Bildungslandschaft Schweiz dringend in geeigneter Weise einstellen muss. Denn, dass «Nachhaltigkeit» grosse ökonomische, ökologische und soziale Potentiale birgt ist nicht erst klar, seit Chinas Regierungschef Li Keqiang Anfang März versprochen hat, Chinas Himmel „wieder blau“ zu machen. Auch wenn Bildung auf den ersten Blick weniger sexy scheint als Wale retten: Ohne sie lässt sich «Nachhaltigkeit» kaum erreichen. Würde sich die Bildungskoalition NGO nicht bereits für dieses wichtige Querschnittsthema engagieren, müsste sie dringend gegründet werden. Ich freue mich deshalb sehr, dass Rahel und ich für die Koalition tätig werden dürfen.“

Können Sie dies auch an persönlichen Erfahrungen festmachen?

SJ: „Wie Menschen miteinander und mit den Ressourcen dieser Welt umgehen beschäftigt mich, seit ich als Kind in Sierra Leone erstmals die Lebensumstände in Entwicklungsländern und Kahlschlaggebiete in Regenwäldern gesehen habe. Auch wenn «Nachhaltigkeit» damals noch kein geflügeltes Wort war, hat mich das geprägt. Dass sich Wandel durch gezielte Bildungstätigkeit herbeiführen lässt, lernte ich als 18-jähriger mit Kuno Roth, mit dem ich Ferienpass-Kurse leitete, Schulbesuche organisierte oder Jugendgruppen betreute.“

Welcher berufliche Weg führte Sie zur Bildungskoalition NGO?

SJ: „Mein Engagement in der Umweltbildung bewog mich dazu, nach einer handwerklichen Berufslehre eine Lehrerausbildung anzupacken und einige Jahre zu unterrichten. Mein Interesse für betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge führte mich anschliessend an die Universität Fribourg, wo ich Ökonomie studierte, unter anderem mit dem Fokus Verbandsmanagement. Abgesehen davon arbeitete ich lange Zeit in NGO im In- und Ausland. Die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen erlauben mir heute oft, Brücken zu bauen zwischen verschiedenen Welten – das werde ich im Rahmen meiner Tätigkeit für die Bildungskoalition NGO gerne weiterhin versuchen.“

In welche Richtung möchten Sie mit der Bildungskoalition NGO gehen?

SJ: „Zusammen mit Ueli Bernhard und seinem Team haben die Mitglieder der Bildungskoalition in den vergangenen Jahren viel erreicht. Die Koalition hat sich Ende 2016 zudem als Verein neu konstituiert und einen klaren Zweck formuliert. Hier versuchen wir anzuknüpfen und gemeinsam mit den Mitgliedern zu schauen, wo sich Türen öffnen bzw. wie und mit wem man allenfalls nachhelfen kann.“


Frau Loretan, wie schätzen Sie das Zusammenfinden von NPOs auf dem politischen Parkett zu einer Allianz oder Koalition ein?

Rahel Loretan: „Wenn sich Organisationen der Zivilgesellschaft mit ähnlichen Anliegen und Zielen zusammenschliessen, ihre Interessen gemeinsam wahrnehmen und einheitlich auftreten, haben sie in der Politik wie in der Öffentlichkeit mehr Gehör und Einfluss. Diese Erkenntnis habe ich während meiner Tätigkeit in der Geschäftsstelle der Umweltallianz gewonnen. Non-Profit-Organisationen in diesem Bereich zu unterstützen, koordinieren und zu vernetzen liegt mir sehr. Wichtig für mich ist, dass es sich dabei um NGO mit Zielen handelt, hinter denen ich stehen kann.“

In welchen Bereichen haben Sie sich bisher mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt?

RL: „Inhaltich interessiert mich die Erarbeitung der Agenda 2030 für eine Nachhaltige Entwicklung seit ihren Anfängen, weil damit die längst überfällige Verbindung von Umwelt- und Entwicklungsfragen, aber auch die Verknüpfung mit Bildung-, Gender- und Friedensthemen hergestellt wurde, die die Komplexität der nachhaltigen Entwicklung aufzeigen. Ich habe zu diesem Thema kürzlich einen CAS in nachhaltiger Entwicklung abgeschlossen.“

Welche persönlichen Erfahrungen werden Sie in die Bildungskoalition NGO einbringen?

RL: „Persönlich hat mich der interkulturelle Austausch während meinem Austauschjahr in Costa Rica sehr geprägt. Deshalb habe ich mich in zahlreichen Projekten im In- und Ausland freiwillig engagiert und setze mich nun als Co-Präsidentin von Intermundo, dem Dachverband für die Jugendaustausch-Organisationen, für eine Förderung des Austausches und der interkulturellen Begegnungen ein. Ich freue mich darum sehr, nun mein Wissen über politische Prozesse sowie über nachhaltige Entwicklung in der Bildungskoalition einzubringen und weiterzuentwickeln.“

<< Zurück zu News

FEINHEIT Grafik Zürich – CI/CD, Webdesign, Flash, Webshop, XHTML/CSS