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Aufruf zur Vollassoziierung an Erasmus+

6 Februar 2017

Vor drei Jahren wurde die Masseneinwanderungsinitiative angenommen. Schnell war klar: Die Teilnahme der Schweiz an den Europäischen Jugendaustauschprogrammen steht auf dem Spiel. Anfang Februar wurde bekannt, dass das SBFI die Verhandlungen mit der EU über eine Vollassoziierung am Austauschprogramm Erasmus+ abgebrochen hat. Nach drei Jahren Unsicherheit ist jetzt eine dauerhafte Lösung fällig: Gemeinsam mit elf weiteren Organisationen ruft die Bildungskoalition NGO deshalb zur Vollassoziierung an Erasmus+ auf.


Seit der Annahme der Masseinwanderungsinitiative lagen die Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz über das europäische Jugendaustauschprogramm Erasmus+ auf Eis. In dieser Zeit konnten Schweizer Hochschulen, Kinder- und Jugendorganisationen nur sehr eingeschränkt mitwirken und die Schweiz hatte keinen Einfluss auf die strategische Positionierung des Programms. „Erasmus+ ermöglicht Jugendlichen den Erwerb vielfältiger interkultureller Kompetenzen: Die Schweiz als international vernetztes Land muss diese Fähigkeiten pflegen, will sie weiterhin für Frieden, Bildung, Demokratie und Solidarität stehen.“ sagt Annina Grob, Geschäftsleiterin ad interim der SAJV.

In der vergangenen Wintersession haben die eidgenössischen Räte einen Weg gefunden, die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen, ohne das Freizügigkeitsabkommen mit der EU zu verletzen. Damit steht einer uneingeschränkten Teilnahme der Schweiz am europäischen Programm nichts mehr im Weg. Die Vollassoziierung bedingt, dass pro Jahr ein Betrag von knapp 70 Millionen CHF bereitgestellt wird. Es lohnt sich, diesen vergleichsweise geringen Betrag in die Zukunft der Schweiz zu investieren. Umso unverständlicher erscheint, dass das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die Verhandlungen mit der EU nicht weiterführt.

Die SAJV, der Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit DOJInternational Cultural Youth Exchange ICYEinfoklickIntermundo, jeunesse.suisse, die SGB-Jugendkommission, die Union der SchülerInnenorganisationen USO, der Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS, der Young European Swiss (yes), youngCARITAS und die Bildungskoalition NGO richten einen Aufruf an Bundesrat, Parlament und Europäische Union und fordern die Vollassoziierung der Schweiz an Erasmus+. Wim Nellestein, Co-Präsident der SAJV, bekräftigt: „Für die Schweiz als Teil Europas ist ein grenzüberschreitender Kompetenzerwerb im Rahmen des Jugendaustausches unabdingbar. Bestätigt wird dies auch durch die breite Abstützung unseres Anliegens. Wir appellieren an den Bundesrat, die Verhandlungen mit der EU umgehend wieder aufzunehmen.“    

 

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